Projekt

zweite Schöpfungserzählung


 

Vergleich des Gottesbildes in den Schöpfungsberichten

 

Der zweite Schöpfungsbericht stammt von dem sogenannten „Jahwisten“, d. h. der Gottesname in der Erzählung ist „Jahwe“, das bedeutet „Ich bin da“. Im Gegensatz dazu ist der erste Schöpfungsbericht (Gen 1) ein Teil der sogenannten „Priesterschrift“, in der der Name „Elohim“ verwendet wird (wörtliche Übersetzung: „Götter“, wird oft mit Gott übersetzt, erklärt aber das „wir“ im ersten Schöpfungsbericht). In deutschen Übersetzungen findet man für „Elohim“ „Gott“ und für „Jahwe“ (oder auch „Jahwe Elohim“, eingeführt, um beide Schöpfungserzählungen miteinander zu verbinden) „Gott der Herr“ oder „Jahwe Gott“.

 

Im zweiten Schöpfungsbericht werden folgende Verben mit Gott in Verbindung gebracht:
Gott macht den Menschen, er macht alle Tiere, er nimmt eine Rippe des Menschen, er schließt die Stelle, er baut eine Frau, er bringt sie zum Mann. Diese Verben sind richtige „Tuwörter“:
Gott macht, baut, bildet, er töpfert den Menschen und konstruiert den Garten wie ein Architekt.
Er ist hier der Baumeister, der Handwerker, der Arbeitende, der, der mit seinen Händen etwas tut.
Alles das sind Fähigkeiten, die der Mensch auch besitzt, Gott wird hier also anthropomorph dargestellt, d.h. vermenschlicht. Außerdem bildet er den Menschen aus Erde und bläst ihm den Lebensatem ein. Der Mensch stammt also von der Erde ab und nur Gott macht aus ihm ein Lebewesen und nur Gott kann ihm den Lebensatem auch wieder nehmen. Da der Text ja dazu diente, die damalige menschliche Welt zu erklären, erklärt diese Stelle den Tod.

 

Der Gott im ersten Schöpfungsbericht (aus der „Priesterschrift“) ist dagegen eher ein „übersinnlicher“, allmächtiger Gott, der die Welt allein durch sein Wort erschafft. Gott spricht und daraufhin „wird“ etwas. Auch der Mensch wird auf diese Weise geschaffen - als Gottes Abbild.
Der Mensch ist also in dieser Erzählung mehr Gott ähnlich, in der anderen ist Gott dem Menschen ähnlich.

 

 

Ägyptische Vorstellung von der Entstehung der Welt

 

Aus dem alten Ägypten wurde kein chronologisch geordneter Schöpfungsbericht überliefert.
Die Ägypter glaubten an viele Götter (Poytheismus), die für verschiedene Bereiche zuständig waren, z.B. : Schuh (Luft) schaffte Lebensraum; Ptah (der Erdboden); Hapi (jährliche Überschwemmung des Nils) sorgte für Wachstum der Pflanzen.

Als Urschöpfer galt der Gott Atum.
Er erschuf sich selbst und das erste Leben  - ähnlich der Schöpfungsgeschichte Gen 2 - aus einer dunklen, undifferenzierten, präexistenten Wirklichkeit. Die Götter, die er erschuf und die Götter, die die Gestaltung der Erde übernahmen, schuf er aus Organen seines eigenen Körpers
(z.B.: durch Ausspucken, entströmendem Atem, seinem Herz, Schweiß und Tränen). Die Gestaltung entstand durch Verwandlung einer Substanz oder durch das gesprochene Wort einer Gottheit.

Anders als in der Schöpfungerzälung Gen 2 entstand der Mensch gleichzeitig mit den Göttern und den Tieren, außerdem wurde kein erstes Elternpaar genannt (Gen 2: Adam und Eva). Allerdings fand, wie in Gen 2, eine geschlechtliche Differenzierung statt (Schuh das männliche Prinzip -> das Leben; Tefnut, das weibliche Prinzip-> die Ordnung).

 

Mesopotamische Vorstellung von der Entstehung der Welt

Die Mesopotamier glaubten, dass das Universum ein komplexes, kugelartiges System sei, mit dem Himmel (sichtbar und erleuchtet) oben und der Unterwelt (finster und unheimlich) unten. Dazwischen befand sich eine riesige Salzwasserfläche mit der Erde als Insel und Mesopotamien im Zentrum dieser Insel. Die Götter wohnten sowohl im Himmel als auch in der Unterwelt.

 

Für die genaue Entstehung dieses Gebildes existierten mehrere mögliche Geschichten. Eine dieser Geschichten geht von einer undifferenzierten Masse aus, von der der Gott des Oben den Himmel machte und der Gott des Unten die Unterwelt. Der Himmel, als Sinnbild für das männliche, befruchtete den Rest dieser Masse (Erde) mit Regen als Samenflüssigkeit, dadurch entstand das Grün auf der Erde. Vom Mächtigsten bis zum Geringsten entstand der Kosmos dadurch, dass das Größere das Kleinere erschuf (der Himmel schuf die Erde, die Erde schuf die Flüsse, die Flüsse schufen den Schlamm, der Schlamm erschuf die Würmer, …).

 

Unter der Entstehung der Götter stellten sie sich vor, dass diese genauso gezeugt worden waren wie die Menschen, das wird in der berühmten Schöpfungsgeschichte „Enuma elisch“ deutlich. Hier gebar die Göttin Tiamat zahlreiche göttliche Nachkommen, u. a. Marduk. Später wollte sie ihre Nachkommen vernichten, aber Marduk stellte sich ihr entgegen, tötete sie und erschuf aus ihrem Leichnam die Erde.

 

In einer dritten Geschichte erschafft der Gott Enki/Ea, der intelligenteste und findigste Gott, alles, was existierte, aus Ton. U. a. auch untergeordnete Götter, Nahrungsquellen, Menschen, Berge, Holz, Stein, …

In vielen Schöpfungsberichten erschufen die Götter aus Ton Menschen als ihre Arbeiter.

 

Als Erklärung für Tod, Leiden und Schmerzen bei der Geburt erzählten die Mesopotamier sich, dass die Menschen ursprünglich unsterblich waren, sich aber zu viel vermehrten und zu viel Lärm machten. Daraufhin schickten die Götter Plagen, Tod und Verderben in die Welt und verkürzten so die Lebensdauer der Menschen.

 

 

 

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