Projekt

zweite Schöpfungserzählung


Wie  werden die Begriffe  Isch und Ischah in der ursprünglichen Fassung des Alten Testaments verwendet?

 

In der hebräischen Fassung des Alten Testaments wird der Mensch sowohl mit den Namen Isch und Ischah als auch mit Adam und Eva bezeichnet. Der Begriff Isch taucht zuerst auf und hat in der Schöpfungsgeschichte folgende Bedeutungen:

Als erstes wird Isch als Synonym für das menschliche Wesen gebraucht. Damit ist ein Wesen gemeint, dass sich zum einen scharf von Gott unterscheidet und sich zum anderen vom Tier abgrenzt. Etwas später in der Schöpfingsgeschichte ist von einer Ischah die Rede. Während Isch im Sinne von Mann gleich Mensch gebraucht wird, wird Ischah mit Männin gleich Mensch gebraucht.
Das bedeutet also Isch gleich Mensch männlichen Geschlechts und Ischah gleich Mensch weiblichen Geschlechts. Die gleiche Wurzel der Worte weist darauf hin, dass beide Wesen gleichrangig interpretiert werden. Ischah wird als Mitmensch des Mannes definiert und umgekehrt.
Beide sind wesensgleich und gleichwertig.

 

Eine weitere Bedeutung von Isch und Ischah liegt auf der Beziehungsebene. Die Wörter machen einerseits von Anfang an klar, dass Mann und Frau zusammengehören weil sie gleich sind, aber auch, dass sie sich aufeinander beziehen, also Partner sind und eine Beziehung zueinander haben. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Mann in seiner Rolle als Partner der Frau definiert wird und umgekehrt. Daraus wiederum lässt sich schließen, dass das menschliche Wesen nur in seiner Beziehung zu anderen menschlichen Wesen definiert werden kann.

 

Diese Beziehung zwischen Mann und Frau wird in der Schöpfungsgeschichte von Gott gestiftet und ist somit ein Gottesbund. Davon leiten spätere Interpretationen die Einehe als Grundlage menschlichen Zusammenlebens ab.

 

Soweit die Beziehung von Mann und Frau als Isch und Ischah, als gleiche Wesen unterschiedlichen Geschlechts, die in einer engen von Gott gestifteten Beziehung leben, vor dem Sündenfall.

 

In der hebräischen Fassung des Alten Testaments ist der Sündenfall vor allem durch den Verlust von Nähe, das heißt, durch eine neue Distanz zwischen Mann und Frau gekennzeichnet.
Das zeigt schon in den Namen. Mit Adam und Eva erhalten die vorher einfach als männlich und weiblich bezeichneten Wesen Eigennamen, die ihre Abgrenzung und Einzigartigkeit deutlich machen. Damit signalisiert schon die Namensgebung die Einordnung des Menschen als Individuum,
was die Vorraussetzung dafür ist, Verantwortung übernehmen zu können.

Zweitens bezeichnen Adam und Eva eine andere Qualität der sozialen Beziehung zwischen Mann und Frau. Nach dem Sündenfall befinden sich Adam und Eva in einer hierarchischen Beziehung, Eva steht unter Adam, während Isch und Ischah gleichgestellt sind.

 

Bedeutung der Frau in Genesis 1 und Israel

 

Weltschöpfungsmythen werden als Grundlage für den Umbruch vom zirkulären Zeitempfinden matriarchaler Kulturen zum linearen. Schon die frühesten Schöpfungsmythen handelten von Göttinnen woraufhin die damalige Menschheit sich die Weltschöpfung als Geburt aus dem Urei vorstellten.

 

 Diese Ansichten wurden jedoch verdrängt durch das „herr“schende Denken Israels welches keinen Platz für eine weibliche Schöpfungskraft bot. Das Wort Jâlad in Genesis könnte sowohl Gebären der Frau wie Zeugungskraft des Mannes bedeuten. Im hebräischen gibt es kein Wort für Frau, jedoch gehört „gebären zu den 6 „Urwörtern“. Mit der Zeit wurde die Identität der Frauen enteignet durch Sprache und Entthronung der weiblichen Gottheiten durch männliche Herrscher. In verschiedenen Textauschnitten von unterschiedlichen Leuten die Genesis gedeutet und übersetzt haben ist von Wasser das von oben kommt und den Boden befruchtet die Rede. Auch hier ist man sich zwiespältig denn der Rest meint dass ebenso das Wasser von unten aus der Erde kommt.

 

 Mit der Zeit wurde wie oben schon gesagt die Vormachtstellung durch männliche Gottheiten gesichert ebenso wie in Israel durch den Gott Marduk. Jedoch überlebte die Vorstellung dass die Mutter Erde die Gebärerin von allem Lebendigen sei, allerdings sei nach P die Bewunderung der Natur und Muttererde erst dann möglich wenn man dabei dem übergestellten Schöpfer gedenke, dem die Muttererde ja schließlich untergeordnet sei. P beschreibt die Schöpfung ebenso als Ordnung des Ungeordneten als Differenzierung von Gegensätzen als Benennen und Zuweisen. Eine Erdgeburt ist für P unmöglich. Die Vorstellung von einer Erdgeburt ist der damaligen israelitischen Gesellschaft zu gefährlich gewesen weshalb sie diese Einstellung Stück für Stück ausgerottet haben. Die Erde wird als unteres Land auch ebenso als Grab und Tod betrachtet, Jahwe rette aus Todesgefahr, er ist Rettung, Fels und Burg. Dem mütterlichen Schoß wir die lebenspendende Wirkung genommen.

 

Baum:

In der Bibel ist der Baum die Mitte des Paradiesgartens und steht dort für die Mitte der von Gott geschaffenen Welt. Durch das Verbot Früchte vom Baum der Erkenntnis zu essen, wird das alleinige Recht von Gott zum Beispiel über Gut und Böse zu unterscheiden, dargestellt.

 

Schlange:

In der Urgeschichte der Bibel wirkt sie, wenn sie sich um den Baum des Lebens windet weise und wohltätig, verkörpert jedoch im eigentlichen den Teufel, da sie das erste Menschenpaar zur Sünde verführt und vom Schöpfergott abwendet.

 

Frucht:

Die Frucht ist ein Symbol der Reife und der abgeschlossenen Entwicklung. Sie wird oft in Form eines Apfels dargestellt, welcher das Fruchtbarkeitssymbol und durch seine runde Form ein Sinnbild der Ewigkeit verkörpert. In der Bibel ist die Frucht die Symbolik zur Verlockung der Sünde.

 

Eva:

Eva ist ein hebräischer Mädchenname. Er steht für „die Lebendige“. Die Bedeutung des Namens ist lebensspendend oder die Mutter aller Lebenden.

 

Gesamtinterpretation:

 

Am Anfang der Schöpfungsgeschichte gibt es noch keine Hierarchie, was man an den Namensbedeutungen von Isch und Adam erkennen kann. Dadurch, dass den Menschen der Lebensodem eingehaucht wird, haben sie eine besondere Verbindung zu Gott und sind höher gestellt als die Tiere. Außerdem hat der Mensch eine direkte Verbindung zu Gott, denn dieser übernimmt in der Bibel eine Vaterrolle. Er bestraft seine „Kinder“, die aus dem alten Gehorsam und Kindesverhältnis durch den Sündenfall herausgetreten sind.

Da Eva aus Adams Rippe geschnitten waren sind sie beide voneinander abhängig und gleichwertig. Nach dem Sündenfall wird aus dem gleichgestellten Menschen eine hierarchische Beziehung zwischen Mann und Frau.

 

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